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Veronika Zink: Gefühlsordnungen der Unzufriedenheit. Affektpolitiken und Emotionsregime des Dissens

April 27, 2017, 18 Uhr

Event — Die Veranstaltung ist Teil der Reihe »Feeling Out of Joint: Das Unbehagen an der Affektpolitik«. Im Zentrum des Vortrags von Veronika Zink wird eine Auseinandersetzung mit zwei prävalenten Formen des politischen Widerstands in der Gegenwartsgesellschaft stehen, die gemeinhin entgegensetzte Pole des politischen Spektrums markieren: dem Aufbegehren identitärer, sozial exklusiver Bewegungen einerseits und nicht-repräsentativer, nicht-identitärer sozialer Bewegungen andererseits, die das Ideal einer offenen Gesellschaft suchen zu verkörpern. Ziel des Vortrags wird es sein, die Gefühlsordnungen dieser recht idealtypischen Formen des gesellschaftlichen Dissens zu verstehen: von der emotionalen Kommunikation der Unzufriedenheit mit den Mitteln distinkter Emotionen wie Wut und Ärger auf der einen Seite bis hin zum Hoffen auf liquide Affektpolitiken der Freundschaft auf der anderen Seite. Die hier jeweils repräsentierten Gefühlsordnungen des Widerstands geben, so die These, nicht nur auf unterschiedliche Weise einer Erfahrung der Nichtigkeit ihren Ausdruck, sondern rekurrieren gleichwohl auf disparate Vorstellungen von Subjektivität und Sozialität. Aus soziologischer Sicht stellt sich dabei die Frage, inwiefern diese Gefühlskulturen des Dissens gegenwärtige sozio-ökonomische Bedingungen und etablierte gesellschaftliche Strukturen reflektieren. Workshop-Titel / Vorschlag: Affekte: Eine identitätspolitische Grundierung Kurzvita: Dr. Veronika Zink ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Organisationssoziologie an der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg. Nach ihrem Studium der Soziologie, Philosophie, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz promovierte sie 2014 im Rahmen des Exzellenzclusters „Languages of Emotion“ an der Freien Universität Berlin zum Thema „Von der Verehrung. Eine kultursoziologische Untersuchung“. Anschließend war sie als Research Postdoc am kulturwissenschaftlichen Graduiertenzentrum (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen tätig. Aus einer gegenwartsdiagnostischen Perspektive und in Auseinandersetzung mit Prozessen des sozialen Wandels und der kulturellen Transformation liegt ein Hauptaugenmerk ihrer Forschung auf der Untersuchung der Schnittstellen zwischen Kultur und Ökonomie.

Die weiteren Termine der Veranstaltungsreihe »Feeling Out of Joint: Das Unbehagen an der Affektpolitik« können hier eingesehen werden.

Location:

ZeM, Hermann-Elflein-Straße 18, 14467 Potsdam

Conception:

Bernd Bösel und Marie-Luise Angerer