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Feminist speculations with strange bedfellows

March 12, 2018

Call for Papers — Für den Workshop »Feminist speculations with strange bedfellows« am ZeM

Lange vor dem speculative turn gehörten spekulieren, imaginieren und fabulieren als Denken im Futurum II und als visionäres Entwerfen anderer Zukünfte zum konstitutiven Bestandteil feministischer Theorien und Praktiken. Um nur einige Beispiele zu nennen: Das feministische Spekulieren tritt in den Science-Fiction Erzählungen von Ursula K. Le Guin und Marge Piercy auf, ist wesentlich für den Afrofuturismus Octavia Butlers, zeichnet die »multispecies fabulation« von Donna Haraway aus und ist Saidiya Hartmans postkoloniale Methode, nicht erzählte Geschichten zu rekonstruieren.
In den letzten Jahren zeichnet sich in den Debatten um Posthumanismus und new materialism eine Re- Aktualisierung verschiedener Modi des Spekulierens ab. Es sind Autorinnen wie Anna Tsing, Karen Barad, Myra J. Hird oder Isabelle Stengers, welche die non-, post-, und parahumanen Herausforderungen an die Geisteswissenschaften in unterschiedlichen Weisen angehen, die durch die Prekarität der Gegenwart und Unplanbarkeit der Zukunft gestellt werden. Dabei zeigen sich mindestens zwei Schnittmengen dieser Positionen.
Die Frage, die im Fokus des Workshops steht, ist, wie im Zuge der Herausforderungen des Non-, Post- , oder Parahumanen das feministische Spekulieren in seiner Besonderheit des Spekulierens mit als erkenntnistheoretisches missing link zu nicht vorstellbaren Zeitlichkeiten und nichtlinearen Intraaktionen verstanden werden kann. Dabei soll das Non-, Post-, oder Parahumane nicht nur im ökologischen Kontext von Klimawandel und Ressourcenknappheit stehen, sondern vielmehr auch Medientechnologien umfassen. Unlängst haben Nicole Starosielski, Janet Walker und Jussi Parikka im Zuge der Debatte um sustainable media und eco-materialist media studies die methodologische Forderung geäußert, Medien als eine Form des Umschreibens der Erde neu zu denken oder gar neu zu erfinden und zu imaginieren. Diese beiden nicht voneinander trennbaren Bewegungen – die medientechnologische und die ökologische – sollen als Modi eines feministischen Spekulierens, Imaginierens und Fabulierens befragt werden.

Der Workshop richtet sich an Wissenschaftler_innen und Künstler_innen, die zu diesen und anderen Fragen im Zusammenhang mit dem Thema des Workshops aus kultur-, film- oder medienwissenschaftlicher, wissensgeschichtlicher, epistemologischer oder künstlerischer Perspektive arbeiten. Die Möglichkeit auf eine Teilfinanzierung der Reise- und Übernachtungskosten besteht. Wir erbitten Vorschläge für 15-minütige Inputvorträge.

Bitte senden Sie bis zum 12.03.2018 ein Vortragsabstract von nicht mehr als 250 Wörtern sowie einen kurzen Lebenslauf an ngramlic@uni- potsdam.de.

Location:

Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaft (ZeM), Hermann-Elflein-Str. 18, 14467 Potsdam

Conception:

Naomie Gramlich, Marie-Luise Angerer