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Blog-Reihe: Alles Affekt, oder was?

13. March, 2020

Blog — Mit dem Blog »Im Affekt« auf filmdienst.de spürt der Siegfried-Kracauer-Stipendiat Till Kadritzke in den nächsten Monaten den »politischen Affekten« des Kinos nach.

»Ein Allgemeinplatz: Im Kino verarbeiten wir nicht bloß Informationen, sondern werden direkt und unmittelbar mit bewegten Bildern konfrontiert, die etwas in uns bewegen. Ein Film ist eine Erfahrung, bevor er zum Gegenstand der Reflexion wird. Damit ist alles und nichts gesagt. Film wirkt im Affekt, so viel ist klar, aber auch unklar.

Der Begriff des Affekts geistert seit jeher durch Theorien des Films. Doch spätestens seit dem sogenannten ›affective turn‹ in den Kulturwissenschaften kommt man zumindest im akademischen Bereich kaum mehr ohne ihn aus. Aber auch in der politischen Debatte ist das Interesse an den affektiven Dynamiken, die die Gesellschaft zusammenhalten oder auseinandertreiben, in den letzten Jahren merklich gestiegen. ›Rechtspopulismus‹ erscheint als ein zu harmloser Begriff für das Phänomen, dass eine neofaschistische Politik von vielen nicht nur für vernünftig gehalten, sondern aktiv begehrt wird. In seiner Geschichte des Weimarer Kinos hatte Siegfried Krakauer über die ›Kleinbourgeoisie‹ geschrieben: ›Ihre Kapitulation vor den Nazis beruhte mehr auf emotionalen Fixierungen als auf Einschätzung der wirklichen Lage.‹« … weiterlesen.

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